Varza a la Cluj oder “Auch Rumänen können kochen”
Dieses Gericht durchbricht die Wand der Skepsis schneller als der Rahm sauer werden kann und katapultiert sich somit rasch unter meine persönlichen Topgerichte im Jänner 2008.
Aus Cluj, zu Deutsch Klausenburg, im heimeligen Siebenbürgen in Rumänien, dass derzeit im Mittelpunkt des Nokia-Managements wegen einer Neuansiedelung eines Werkes nach dem Abbruch in Bochum steht und bei tatsächlicher Umsetzung über 3500 neue Arbeitsplätze schaffen wird … und in Bochum zigtausende Arbeitslose hinterlässt.
Ein modernes Wirtschaftliches Nomadentum mit Wüstenhinterlassung und schalem Nachgeschmack.
Nicht so Varza a la Cluj (Klausenburger Kraut), das von unserem Rumänischen Lehrling Elena initiiert und in die Tat umgesetzt wurde.
Die Verbindung von Reis, Sauerkraut, Hackfleisch mit Sahne und Sauerrahm war für mich ebenso überraschend wie köstlich.
Rezeptur für ca. 4 Personen:
250 g Reis
ca. 1 kg Sauerkraut
150 g gehackte Zwiebeln
1 EL Paprika edelsüss
ca. 500 g Hackfleisch gemischt (oder nur vom Kalb)
ca. 1/4 l Sahne
ca. 1/8 l Sauerrahm
Salz, Pfeffer
Reis und Sauerkraut fertig würzen und kochen – Zwiebel und Hackfleisch gut anbraten – paprizieren, würzen und mit ca. 1/2 l Wasser aufgiessen – unter ständigem nachgiessen ca. 50 min. kochen. Das Hackfleisch sollte dann wie ein Haschee sein – also gut feucht gehalten.
In eine gebutterte feuerfeste Form eine Lage Kraut geben – dann Reis, Fleisch und als Abschluss wieder Kraut einlegen -Sahne und Sauerrahm vermischen – darübergiessen und ca. 30 min. bei 180 Grad im Ofen backen.
Für unsere hungrigen Mäuler verarbeiteten wir 7 kg Reis, 30 kg Sauerkraut, 5 kg Zwiebeln und 20 kg Hackfleisch.
Das ist Elena nach getaner Arbeit. Wir haben sie regelrecht drangsaliert, bis sie dann endlich mit einem Spezialitätenrezept aus ihrer Heimat herausrückte. Es hat sich gelohnt.
Abgelegt unter Rezepte Fisch, Fleisch und Geflügel | Tags: Cluj, Nokia, Rumänien




January 30th, 2008 at 7:53 pm
Woaah! Sieht das gut aus! Und so leicht… …zu kochen, nicht zu verdauen, ist klar.
Das ist geklaut, das Rezept thx!!!
January 30th, 2008 at 7:53 pm
Als kleine Empfehlung noch: hier in Cluj wird zu den Varza meistens noch eine große Peperoni gegeben, die manchmal sehr scharf ist und so ein sehr leckerer Gegenpol zu dem eher süßen Kraut.
Ansonsten, tolle Beschreibung. Vielen Dank!
January 30th, 2008 at 7:59 pm
@Chris: Du wirst begeistert sein, noch begeisterter… !!*gg*
@.andi: Hi Andi und Willkommen
. Du meinst heisse Peperoni wird daruntergemischt oder separat dazugereicht? Danke für den Tip!
January 30th, 2008 at 11:38 pm
DAs klingt “ausprobierenswert” – sehr….
Ich strg+c’e mal, danke schön
Sauerkraut auf den Einkaufszettel, das letzte wurde heute gegessen….
Hunger, jetzt…..
Du bist schuld!!
January 31st, 2008 at 6:40 am
Bist du (Hobby)koch ?
Oder sind das so deine täglichen Gerichte ?
January 31st, 2008 at 7:05 am
Das sind so meine täglichen Gerichte. Echtzeitauszüge sozusagen.
January 31st, 2008 at 7:53 am
mnjammi, du tust es immer wieder morgens um acht… hört sich lecker an, kommt ja quasi auch aus meiner ecke (so um zehn ecken rum)… was ich zum ersten mal gehört habe ist das wort “paprizieren”. sagt man das bei euch so? bei uns würde man ganz banal sagen: mit paprika würzen. interessant.
January 31st, 2008 at 12:31 pm
Oh wie lecker! Das Rezept ist gebookmarkt für späteres Nachkochen. Danke!
PS: Habe gerade über den Sammelhamster zu Dir gefunden. Sieht interessant aus hier.
January 31st, 2008 at 2:06 pm
Da lacht der Kraut. Auf zum Kaufmann. Bedankt!
January 31st, 2008 at 2:49 pm
Für mich wäre das ja nun nichts, ich bin ja nun so gar kein Freund von Sauerkraut.
Was ich mich allerdings frage… wie spricht man den Namen des Gerichts denn aus?
January 31st, 2008 at 5:41 pm
Das klingt für mich so ekelig, das ich vor einer eigenen Zubereitung erst anderswo probieren müsste. Kombination Reis mit Sauerkraut.. *brrr*
January 31st, 2008 at 8:54 pm
@Eveline: Sauerkraut sollte sowieso ständig im Lager sein. Als Sicherheit sozusagen.
@little-wombat: Aha, habe ich ungewollt an deinen Wurzeln gerüttelt?
Paprizieren ist ein gängiger Fachausdruck, ob er nur in unserem Lande Verwendung findet weiss ich nicht, klingt aber sehr erklärend und logisch; du hast auch gleich gemerkt was damit gemeint ist.
@scholli2000: Hallo und willkommen scholli.
Schön dass du hierhergefunden hast. Wie ich sehe bist du auch der kulinarischen Seite verwurzelt, das sage ich mal so auf die schnelle, wenn ich den Schweinebauchkrustenbraten auf deiner Seite so rumlümmeln sehe!
@nexuslex: Willkommen auf Tomatengruen.
Nach dem Kaufmann lacht der Gaumen!
Hallo Fudge. Schön von dir hier zu lesen.
Bist du gut in Australien angekommen?
Ich versuch jetzt mal das Gericht so zu schreiben wie es laut Elena ausgesprochen wird: -”VARSLAKLUSCH”-
@Querdenker: Das nenne ich einen ehrlichen Einwand. Ich war wie geschrieben am anfang auch sehr skeptisch gegenüber dieser Kombination … und auch sehr überrascht. Wenn du irgendwann mal die Chance hast aufs verkosten, tu es!
January 31st, 2008 at 10:07 pm
mhmmmmm, lecka! ich kenne das Gericht mit Spaghetti oder Kartoffeln, aber Reis klingt auch sehr lecker mjammjamm!
euer Lehrling vor der Kommandozentrale, sehr interessant, das wäre dann also die Frau, an die man sich wenden muss, um auch mal das Kommando bei euch zu haben
January 31st, 2008 at 11:04 pm
@midnitemidge: Das ist ja ganz was neues die Varianten mit Nudeln und Kartoffeln.
Wenn dir unser Lehrling gefällt kannst du gerne über meine emailadresse kontakt mit ihr aufnehmen. Ich werds dann weiterleiten.
January 31st, 2008 at 11:35 pm
Danke für Deinen Gegenbesuch! Ich schätze, ich komme demnächst öfter.
February 1st, 2008 at 12:05 am
Da bin ich ja schon
… und wegen 2 adressen gibt es 2 Comments
February 1st, 2008 at 12:06 am
DAS muss ich erst in Ruhe lesen … Management – Neuansiedlung – mir browst der Kopf
… ich meine, er ist mir heute voll goldener Leute
February 1st, 2008 at 1:32 pm
ja, hömma, neben dem fluchen gehört paprika und knoblauch (und vieeel zwiebeln) bei uns in jedes hauptgericht! liegt vielleicht daran, dass wir ca. 8 km von der ungarischen grenze entfernt sind
och, auf meine wurzeln biste nur bissi gestoßen, kroatien ist ja im vergleich zu (sorry an die azubine) rumänien, bulgarien etc. ein metropolen-land
February 1st, 2008 at 3:01 pm
meine Reaktionen:
1. uah, Reis und Sauerkraut?!?
2. oh, Hackfleisch dazu?
3. achso, und Sahne?
Fazit: würde ich mal probieren, wenn ich keine Kinder hätte oder ich sie nicht so schnäkelig erzogen hätte. Oder wenn sie mal aus dem Haus sind oder so…
February 3rd, 2008 at 5:47 am
@Diane: Sind die goldenen Leute wieder nach hause gegangen?
@little-wombat: Elena lässt ausrichten dass sie nicht sehr heimatverbunden ist und ihr es egal ist welches Land mehr Metropole sei. Sie sagt ihr gefällt deine schreibe.
@schocan: Die angegebene Grossmenge des Rezeptes wurde hauptsächlich für Kinder produziert und ist doch recht gut angekommen. Wenn die Eltern oder wie bei uns die Betreuer ein Gericht wohlwollend (Vor)essen, dann machen die Kinder (meistens) mit und sind nicht so heikel.
February 6th, 2008 at 5:52 pm
Hallo Dandu!! Ich meinte Eigentlich das meine heimat mich Vertriben hat in Rumenien gibt es aber negaive wie positive sachen genau so ist es über all auf da welt. oder???
May 22nd, 2008 at 8:02 am
[...] für die Lehrabschlussprüfung unseres Lehrlings Elena, die auch Gerichte wie das Varza a la Cluj aus Rumänien bei uns heimisch machte. Sie werkelt schon seit Wochen an 3gängigen [...]